Bredstedt/Berlin. Mit der „Starken Stelle“ bietet ein bundessweites Bündnis Unterstützung für kommunale Amts- und Mandatsträgerinnen und -träger. Hintergrund ist der Umstand, dass Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker zunehmend im Fokus von Anfeindungen, Bedrohungen und Übergriffen stehen. Untersuchungen hätten gezeigt, dass 38 Prozent aller kommunalpolitisch engagierten Menschen im Alltag verbale und digitale Anfeindungen, Beleidigungen, Bedrohungen sowie Übergriffe erfahren – und das sogar mehrfach.
Dies nahmen der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund zum Anlass, das Portal „Stark im Amt“ (www.stark-im-amt.de/starke-stelle) einzurichten.
Normale Kritik oder bereits Gewalt?
„Im Briefkasten liegen Drohbriefe, bei manchen werden die Reifen zerstochen, bei anderen sind es nur die „üblichen“ Beschimpfungen auf Facebook.“, heißt es auf den Seiten des Portals. Häufig sei es ein schleichender Prozess mit einzelnen Kommentaren auf Social-Meda bis hin zu spitzen Bemerkungen auf Bürgerversammlungen. Manches werde ausgehalten, anderes verdrängt. Doch irgendwann stelle sich für viele kommunale Amtsträger die Frage: „Ist das noch normale Kritik – oder bereits Gewalt?“
Starke Stelle will Orientierung geben
Ziel der „Starken Stelle“ ist es, Betroffene frühzeitig zu unterstützen, Hemmschwellen abzubauen und Orientierung zu geben. Viele Vorfälle würden nicht angezeigt oder gemeldet – häufig aus Unsicherheit darüber, ob es sich bereits um einen Übergriff handele oder welche Schritte sinnvoll seien.
In einem Flyer hat die „Starke Stelle“ wichtige Basisinformationen für Ratsuchende zusammengefasst: (PDF)
Wer hinter dem Projekt steht
Das Portal Stark im Amt ist ein Gemeinschaftsprojekt der drei kommunalen Spitzenverbände, dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Landkreistag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, mit der Körber-Stiftung als Projektpartner. Das Deutsche Forum für Kriminalprävention unterstützt die Webseite aktiv und ist mit der Einrichtung der „Starken Stelle“ als bundesweiter Ansprechpartner für Betroffene selbst auf der Webseite vertreten. Das Portal geht zurück auf eine Initiative der Körber Stiftung in Kooperation mit den drei kommunalen Spitzenverbänden. Am 29. April 2021 wurde Stark im Amt unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier freigeschaltet.
