Bredstedt. Der Schulverband Mittleres Nordfriesland hat am 27. April 2026 in einer öffentlichen Veranstaltung über die Zukunft der Schulstandorte im Mittleren Nordfriesland informiert. Grundlage ist eine Schulanalyse aus dem Jahr 2025, die an nahezu allen Schulgebäuden erheblichen Sanierungs- und Entwicklungsbedarf festgestellt hat.
Rund 300 Interessierte waren der Einladung in die Aula der Gemeinschaftsschule Bredstedt gefolgt, darunter viele Eltern, Schulleitungen und Lehrkräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung.
Noch keine Beschlüsse gefasst
Zu Beginn stellte Schulverbandsvorsteher Ralph Ettrich klar: „Uns geht es heute um Gebäude, Standorte und Finanzen – nicht darum, pädagogische Entscheidungen der Schulen zu bewerten.“ Zugleich betonte er, dass es bislang keine Beschlüsse des Schulverbandes dazu gebe, auf welche Standorte man sich künftig konzentrieren wolle. Wichtig sei: „Jedes Kind, das aktuell an einer Grundschule im Verbandsgebiet einen Schulplatz hat, wird dort auch die Grundschulzeit beenden können. Dies gilt ebenso für die Erstklässlerinnen und Erstklässler des kommenden Schuljahres.“
Die Schulanalyse habe eine tragfähige Grundlage für die weiteren Entscheidungen geschaffen. Dabei gehe es um den Zustand der Gebäude, den Flächenbedarf, pädagogische Anforderungen sowie die Frage, wie sich die einzelnen Standorte sanieren und weiterentwickeln ließen.
Sehr hoher Finanzierungsbedarf
Nach derzeitiger Einschätzung liege der finanzielle Bedarf für alle Standort bei mehr als 40 Millionen Euro, erläuterte Ettrich. Die 20 Kommunen, die den Schulverband bilden, müssten daher sorgfältig abwägen, was finanziell leistbar sei. Bereits jetzt liege die Schulverbandsumlage bei 3.209 Euro je Schülerin und Schüler. Investitionen sollten zwar zum Teil durch mögliche Fördermittel getragen werden, sie müssten aber auch über die Umlage gegenfinanziert werden.
Hinzu komme, dass die prognostizierte Entwicklung der Schülerzahlen in den kommenden zehn Jahren einen Rückgang von rund 20 Prozent erwarten lasse. Vor diesem Hintergrund machte Ralph Ettrich deutlich, dass es mutmaßlich nicht möglich sein werde, alle sechs Grundschulstandorte dauerhaft zu erhalten. Es gehe nicht ums bloße Sparen, sondern „wir möchten verantwortungsvoll entscheiden, wie wir unsere Mittel bestmöglich zum Nutzen unserer Schülerinnen und Schüler einsetzen”.
Wunsch nach weiterer Beteiligung
Im Anschluss nutzten zahlreiche Eltern die Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu äußern. Dabei wurde unter anderem die Sorge geäußert, dass sich Schulwege bei möglichen Standortveränderungen deutlich verlängern könnten und dies für manche Kinder eine Belastung darstellen würde. Mehrere Eltern baten darum, sorgfältig zu prüfen, ob und welche Standorte aufgegeben werden sollen, und keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen. Zugleich wurde der Wunsch nach einer weiteren Einbindung der Betroffenen deutlich.
Seitens des Schulverbandes wurde darauf hingewiesen, dass die Sitzungen öffentlich seien. Außerdem wurde daran erinnert, dass es bereits im Rahmen der Schulanalyse verschiedene Beteiligungsformate gegeben habe, an denen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Politik und Eltern beteiligt gewesen seien.
Zum Abschluss bedankte sich Ralph Ettrich für das große Interesse und versicherte, dass der Schulverband das Wohl der Schülerinnen und Schüler im Blick habe. Ziel bleibe es, für jedes Kind bestmögliche Bedingungen zu schaffen.
