Aktion: "Mehr Frauen in die Politik"

Anke Dethlefsen / Reußenköge

Anke Dethlefsen ist stellvertretende Bürgermeisterin in der Gemeinde Reußenköge. Foto: Felix Middendorf

Anke Dethlefsen, 55 Jahre, Mutter von zwei erwachsenen Kindern, als kaufmännische Angestellte im Büro der Tischlerei Sönke Dethlefsen GmbH & Co.KG tätig.

Wie sind Sie zur Kommunalpolitik gekommen und seit wann sind Sie politisch tätig?

Als Mitglied der Allgemeinen Wählergemeinschaft Reußenköge wurde ich zur Kommunalwahl 2013 aufgestellt und in den Gemeinderat gewählt. Seither bin ich politisch in verschiedenen Gremien der Gemeindevertretung tätig und seit 2018 zweite Bürgermeisterin der Gemeinde Reußenköge.

Wo liegen Ihre besonderen Interessengebiete?

Als Wattführerin beschäftige ich mich gern mit dem Thema Tourismus in der Gemeinde. Unser touristischer Hot-Spot ist die Hamburger Hallig. Im Zweckverband Hamburger Hallig bin ich die 2. Vorsitzende und durch regelmäßige Treffen mit den Akteuren rund um die Hamburger Hallig und Amsinck-Haus gut informiert. Gern engagiere ich mich, gemeinsam mit Hannelore Rabe, für die sommerlichen Veranstaltungen im Amsinck-Haus.

Touristische Betriebe, die Ferienwohnungen anbieten, gibt es leider wenige in Reußenköge. Dafür bieten sie für Kinder und Erwachsene gleichermaßen ein attraktives Angebot. Eine Spielscheune, in der sich Kinder bei Regenwetter zu einem Nachmittagsprogramm aufhalten können, das wünsche ich mir für die Gäste unserer Gemeinde. Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde erfahre ich in den Sitzungen des Finanzausschusses.

Was sind die schönen Seiten der politischen Mitgestaltung?

Die schönsten Seiten der Mitgestaltung sind die Sitzungen des Gemeinderats. Dort werden gemeinsam Anträge diskutiert, abgestimmt und oft in der Gemeinde umgesetzt. Diesen Prozess zu begleiten, macht mir viel Freude. Im letzten Jahr haben wir im Gemeinderat für die 150-Jahr- Feier der Gemeinde eine Festschrift erarbeitet. Das war viel Arbeit, aber sie kam gut an und wird uns in den nächsten Jahren begleiten. Mein Tipp: solltet Ihr eine Mitarbeit im Gemeinderat anstreben, dann versucht in Ausschüsse zu kommen, die Euch besonders am Herzen liegen oder für die Ihr Interesse habt. Das könnte der Finanzausschuss, der Schul- und Sozialausschuss oder Bau- und Wegeausschuss sein. Wesentliche Beschlüsse werden in diesen Gremien gefasst.

Sollten sich Ihrer Meinung nach mehr Frauen in die Politik einbringen?

Unbedingt sollten sich mehr Frauen für die Politik interessieren. Wo geht es besser als in der eigenen Gemeinde? Schon lange bestehen die Gemeinderäte nicht nur aus Frauen.

Was raten Sie interessierten Frauen, die in die Politik starten möchten, aber nicht so recht wissen, was dann auf sie zukommt?

Ich rate allen interessierten Frauen, die in der Politik starten möchten, sich vorher zu informieren. Eventuell bei Frauen, die schon in der Gemeinde politisch engagiert sind oder besucht die Gemeinderatsversammlungen oder Einwohnerversammlungen Eurer Gemeinde. Ernsthaftes Interesse an der Gemeindepolitik solltest Du haben. Vielleicht bist Du schon ehrenamtlich im Sportverein oder in der Schule engagiert? Dann wird es Dir leichtfallen, Dich aktiv zu beteiligen. Im Ehrenamt kann man die Weichen für die eigene Zukunft stellen.

Wo liegt in Bezug auf Frauen die größte Herausforderung in der politischen Landschaft?

Die Herausforderung der „politischen Landschaft“ sehe ich darin, jüngere politisch interessierte Frauen ins Amt zu bringen. Noch schwieriger wird es sein, sie dort auch mittelfristig zu halten. Frauen, die noch in der Familienplanung sind, Pflegebedürftige in der Familie haben oder wenn sogar ein selbständiger Betrieb vorhanden ist, haben eine nur sehr geringe zeitliche Verfügbarkeit. Dies geht nicht selten zu Lasten der ehrenamtlichen politischen Tätigkeit.

Haben Sie Vorbilder oder einen "Leitspruch"?

Die Frage nach einem Leitspruch fällt mir leicht zu beantworten. „Ein Ehrenamt macht nicht reich, aber es ist ungemein bereichernd“. Diese Erfahrung gilt zu mindestens für mich und ich hoffe, dass sich Frauen angesprochen fühlen und „einfach mal machen“.

 

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