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Neue Ausstellung: „Altersarmut hat viele Gesichter“

Erstellt von F. Middendorf |

Bredstedt. Das Einkommen im Alter ist für viele Seniorinnen und Senioren ein äußerst belastendes Thema. Laut Statistik  sind bereits gut eine halbe Millionen Rentnerinnen und Rentner  auf zusätzliche staatliche Unterstützung angewiesen. Bis Mitte der 2030er Jahre gehen Forscher (Rentenstudie der Bertelsmann Stiftung) davon aus, dass rund jeder fünfte Rentner betroffen sein wird - Frauen wie Männer.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Mittleres Nordfriesland, Christine Friedrichsen, möchte das Thema mit einer Ausstellung in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit rücken. Im Verwaltungsgebäude in Bredstedt sind unter dem Titel „Altersarmut hat viele Gesichter“ Bilder der Bonner Fotografin Cynthia Rühmekorf zu sehen. Sie zeigen ältere Menschen, die bereits in Armut leben oder massiv von ihr bedroht sind. Die einfühlsamen Schwarz-Weiß-Fotografien vermitteln einen Eindruck der Lebensumstände, in wenigen begleitenden Worten erfahren Betrachtende zudem Details zum Weg der Betroffenen.

Mehr als 900 Rentner(innen) im Kreis NF betroffen

Laut Expertenschätzungen beziehen im Kreis Nordfriesland mehr als 900 Seniorinnen und Senioren Grundsicherung, weil ihre Rente zu knapp ist. Christine Friedrichsen: „Von einer weitaus größeren Anzahl ist hier auszugehen, denn viele Ältere beantragen aus Scham oder Bescheidenheit keine finanzielle Unterstützung vom Staat, sodass sie statistisch nicht erfasst werden.“

Die Gründe für den Absturz in die Altersarmut seien vielschichtig, so die Gleichstellungsbeauftragte. Frauen seien besonders stark betroffen, sie verdienten bei gleicher Eignung nach wie vor deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Hinzu kämen Zeiten der Kindererziehung, Teilzeitarbeit oder Tätigkeiten in „klassischen“ Frauenberufen, die geringer bezahlt würden.  „Das wirkt sich selbstverständlich auf die Altersbezüge aus“, erläutert Friedrichsen weiter. Laut Statistik lagen die Rentenzahlbeträge im Kreis Nordfriesland (Stand 2013) für Frauen bei durchschnittlich 498,40 Euro, Männer bezogen im Schnitt 961,60 Euro.

„Es kann jeden von uns treffen“

Von Altersarmut bedroht sind zudem Geringverdiener, Alleinerziehende, niedrig Qualifizierte oder etwa Menschen mit Migrationshintergrund. Auch schwerwiegende Krankheiten, die von einem Tag auf den anderen zur Arbeitsunfähigkeit führen könnten, seien eine Ursache für Armut. „Es kann also jeden von uns treffen“, meint die Gleichstellungsbeauftragte. Für sie sei dies ein Grund mehr, sich des Themas anzunehmen.

Die Ausstellung „Altersarmut hat viele Gesichter“ ist zu den Öffnungszeiten des Amtes im Obergeschoss des Verwaltungssitzes in Bredstedt zu sehen (Theodor-Storm-Straße 2).

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