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Literaturkreis der Bücherei: Treffpunkt für erwachsene „Leseratten“

Erstellt von F. Middendorf |

Bredstedt. Lesen ist ihre Leidenschaft? Sie tauschen sich gern über Bücher aus? Dann ist der Literaturkreis der Stadtbücherei Bredstedt ein ganz wunderbarer Ort für Treffen mit Gleichgesinnten. In regelmäßigen Abständen, meist alle vier bis sechs Wochen, trifft sich im Obergeschoss des Bürgerhauses eine Gruppe von acht und mehr Interessierten. Organisiert von Büchereileiterin Sabine Gaack, nimmt sich die Runde stets ein gemeinsam ausgewähltes Buch vor. Jüngst war dies beispielsweise der historische Roman „Tyll“ des Schriftstellers Daniel Kehlmann.

Das Buch spielt im beginnenden 17. Jahrhundert und führt seine Hauptfigur durch die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges. Kehlmann eröffnet eine Welt, die geprägt ist von Unsicherheit, Aberglauben und einer religiös bestimmten Wissenschaft. Die Geschichte zeigt Menschen auf der Flucht vor Krieg und Pest oder der allmächtigen Inquisition. Dabei lernen Leser auch ganz absonderliche Figuren kennen und neben allen Grausamkeiten findet sich hie und da Platz für Humor.

Lebendiger Dialog über Werk und Autor

So wie „Tyll“ als durchaus schwere Kost nicht alle Teilnehmenden anspricht, entspinnt sich an ihm, wie den weiteren im Literaturkreis besprochenen Titeln, ein lebendiger Dialog über Buch und Autor. Elisabeth Gradl-Meier-Ewert aus Bordelum findet das Werk „brillant in einzelnen Passagen, aber in einer teilweise irrsinnigen Ausführlichkeit erzählt“. Sie hatte den Roman vorgeschlagen und „jetzt fast ein schlechtes Gewissen“, weil es ihr dann doch zu sperrig erscheint. Anders sieht das Wiebke Weinreich aus Efkebüll, der insbesondere gefällt, „wie Kehlmann seine Hauptfigur stilisiert“. Die Fahretofterin Ursel Jänisch ist ebenfalls begeistert. Dabei sei sie zunächst sehr skeptisch gewesen, denn Kehlmanns Erfolgsroman „Die Vermessung der Welt“ habe sich ihr gar nicht erschlossen.
Nach und nach wird der Roman „auseinandergepflückt“. Das mache den Reiz des Literaturkreises aus, sagt Sabine Gaack. „Man liest ganz anders, viel bewusster, weil im Anschluss der Austausch steht. Mir geht es darüber hinaus so, dass ich Sachen lese, die ich sonst vielleicht verpasst hätte.“

Interessierte sind herzlich willkommen

Acht Bücher hat der Kreis im Vorjahr gelesen. Darunter so unterschiedliche Autoren wie etwa Walter Kempowski („Alles umsonst“), Arno Geiger („Es geht uns gut“), Irmgard Keun („Kind aller Länder“) oder aktuell Ferdinand von Schirach mit „Der Fall Collini“, der auch im Kino zu sehen ist. Die Auswahl erfolgt im Dialog. Jeder kann Vorschläge machen und die Gruppe wählt gemeinschaftlich aus. Büchereileiterin Sabine Gaack leiht die Werke dann teilweise von benachbarten Institutionen aus, damit alle versorgt sind.

Weitere Interessierte sind herzlich willkommen, Teil der Gruppe zu werden. Für Fragen ist Sabine Gaack telefonisch unter (0 46 71) 15 12 erreichbar. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.buecherei-bredstedt.de

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