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Landesverordnung hebt einige Corona-Beschränkungen auf

Erstellt von Pressestelle Land SH/Kreis NF/AMNF |

Kiel/Husum. Das Schleswig-Holsteinische Landeskabinett hebt mit einer neuen „Coronavirus-Verordnung“ viele bisher geltende Verbote auf. Sie betreffen beispielsweise  die Bereiche Gastronomie, Tourismus, Veranstaltungen, Sport und Dienstleistungen. Die Verordnung tritt am heutigen Montag (18.05.) in Kraft. Auch Heilverfahren in Vorsorge-, Reha- und Kureinrichtungen würden wieder zugelassen, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Nordfriesland. 

Allgemeine Regeln bleiben bestehen

Die grundlegenden Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus bleiben bestehen. Insbesondere das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern, die Husten- und Niesetikette und die etwa im Einzelhandel zu tragende Mund-Nasen-Bedeckung. Wo viele Menschen zusammenkommen, sind Hygienekonzepte erforderlich. Wenn es, wie in Bussen und Bahnen, manchmal nicht möglich ist, den Mindestabstand einzuhalten, kann er zeitweise unterschritten werden.

Nutzung von Hotels, Ferienwohnungen & Co.

Die Übernachtung in Ferienwohnungen, Hotels, auf Campingplätzen ist wieder unbeschränkt erlaubt, ebenso wie der Zutritt zu den Inseln und Halligen. Allerdings müssen die Betreiber von Beherbergungsbetrieben darauf achten, dass nur Angehörige aus höchstens zwei unterschiedlichen Hausständen gemeinsam ein Zimmer oder eine Ferienwohnung beziehen dürfen. Für die Benutzung von Gästetoiletten ist eine spezielle Zugangsregelung zu schaffen. Dort muss es neben Flüssigseife und Einmalhandtüchern auch Desinfektionsmittelspender geben. Hoteleigene Schwimmbäder und Fitnessbereiche bleiben geschlossen.

Bei der Anreise müssen die Gäste schriftlich versichern, dass sie im Falle einer nachgewiesenen Ansteckung mit Covid-19 umgehend abreisen. Einen von vielen Betrieben eingeforderten Leitfaden für Hygienekonzepte hat das Land ins Internet gestellt (Leitfaden). Diese Konzepte sind eigenverantwortlich zu erarbeiten. Sie müssen nicht durch den Kreis genehmigt werden.

Campingplätze können wieder öffnen, aber ihre Gemeinschaftseinrichtungen wie Sammelumkleiden, Duschräume und Wellnessbereiche bleiben geschlossen. Nur die Toiletten sind ausgenommen. Da auch Jugendherbergen ohne Gemeinschaftsräume auskommen müssen, können sie nur Appartements mit eigener Nasszelle vermieten.

Ob und wenn ja, welche Regelungen zur Begrenzung des Tagestourismus es geben wird, teilen Land, Kreise und Kommunen voraussichtlich am heutigen Montag mit.

Auch Restaurants, Kneipen, Bars, Cafés, Imbisse und andere Gaststätten dürfen öffnen – von 5 bis 22 Uhr, danach ist Schluss. Diskotheken und andere Tanzlokale bleiben wegen des Ansteckungsrisikos beim Tanzen geschlossen; das schließt auch Zeltfeste ein.

Veranstaltungen mit weniger als 50 Personen sind im öffentlichen Raum, also etwa in Gaststätten, wieder erlaubt, wenn die Teilnehmer auf festen Sitzplätzen bleiben und der Veranstalter ihre Adressen notiert, damit das Gesundheitsamt im Fall des Falles mit möglichen Corona-Infizierten Kontakt aufnehmen kann.

Der Einzelhandel muss Kunden nun ermöglichen, ihre Hände zu waschen oder zu desinfizieren.

Alle Tätigkeiten von Dienstleistern, Handwerkern und Gesundheitshandwerkern sind unter Auflagen erlaubt. Die Regelung, dass viele Läden sonntags öffnen durften, ist ausgelaufen. Jetzt gelten wieder die üblichen Ladenöffnungszeiten und in touristischen Orten die Bäderregelung.

Sport in Gebäuden wie Sporthallen und Fitness-Studios ist wieder zugelassen – allerdings mit Abstand und ohne Zuschauer. Alle Gemeinschaftsräume mit Ausnahme von Toiletten bleiben gesperrt. Wettkämpfe und Punktspiele bleiben untersagt; das gilt auch für Boßelwettkämpfe in freier Natur.

Gottesdienste können wieder stattfinden, wenn die Gläubigen den Mindestabstand einhalten.

Das Land hat die Liste der kritischen Infrastrukturen erweitert. Dadurch erhalten weitere Berufsgruppen die Möglichkeit, eine Notbetreuung für ihre Kinder in Anspruch zu nehmen, wenn die Eltern im Kernbereich der Einrichtung arbeiten und solange die Kitas noch nicht wieder vollständig öffnen. Dies betrifft etwa die Heizöl- und Fernwärmeversorgung, Angehörige der Gesundheits- und Therapieberufe, Hebammen, Arbeitsverwaltung, Jobcenter, Rechtsanwälte, Steuerberater, Berufsbetreuer sowie Hausmeister und Gebäudereiniger in wichtigen Betrieben.

Die 14-tägige Quarantäneregelung für Ein- und Rückreisende aus Staaten der Europäischen Union und vielen anderen Ländern fällt weg. Der Grenzübertritt nach Dänemark ist immer noch nur für Berufspendler und aus wichtigem Grund möglich. Die dänische Grenzpolizei entscheidet im Einzelfall, ob der Besuch von Familienangehörigen ein solcher wichtiger Grund ist. Die dänische Regierung hat Lockerungen der Einreisebeschränkungen angekündigt, doch der Zeitpunkt ist noch offen.

Kreis NF Informiert in Merkblättern

Weil erfahrungsgemäß im Alltag viele Fragen auftreten, hat der Kreis Nordfriesland eine Reihe von Merkblättern etwa für Unternehmen erarbeitet, die ihnen den Start in die neue Phase der Pandemie-Bekämpfung erleichtern sollen. Diese finden sich auf der Homepage des Kreises (www.nordfriesland.de).

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