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Amtsvorsteher zur Klinikum-Zukunft: "Mit Augenmaß investieren"

Erstellt von AMNF |

Bredstedt. Die medizinische Grundversorgung im Kreisgebiet bewegt die Region. Wie soll das Klinikum Nordfriesland künftig aufgestellt sein? Wirtschaftliche Herausforderungen machen eine Neuausrichtung erforderlich - da sind sich Experten einig.

Der Kreistag spricht sich mit großer Mehrheit für eine Stärkung der Standorte Niebüll und Husum aus. Festen Bestand soll demnach auch die Insel-Klinik auf Föhr haben, wogegen die bereits wegen Personalmangels geschlossene Klinik in Tönning auch künftig wegfallen soll. Ein Medizinisches Versorgungszentrum werde stattdessen die Bevölkerung betreuen, so das Konzept. In einem Bürgerentscheid, der parallel zur Landtagswahl am 07. Mai zur Abstimmung kommt, möchte der Kreistag nun die Frage stellen, ob das vorgelegte Zukunfts-Konzept weiterverfolgt werden soll.
Die Initiative „Zukunft Grundversorgung“ will dagegen unter anderem erreichen, dass alle bisherigen Klinik-Standorte erhalten bleiben und plant dazu ebenfalls einen Bürgerentscheid. Ob dieser zustande kommt ist zurzeit nicht sicher.

In der aktuellen Ausgabe von „Wir im Mittleren Nordfriesland - Dit un Dat ut die Region“ (DuD) wurde Amtsvorsteher Hans-Jakob Paulsen zum Thema befragt. Wir veröffentlichen das Interview im Wortlaut an dieser Stelle:


DuD: Wie beurteilen Sie die medizinische Versorgung im Amtsgebiet?
Amtsvorsteher Hans-Jakob Paulsen: Ich bin der Meinung, dass die Klinik-Standorte Niebüll und Husum die medizinische Betreuung unserer Bevölkerung gut sicherstellen können. Beide sind hervorragend erreichbar und haben nach meiner Einschätzung fachlich erstklassige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Man sollte zudem nicht vergessen, dass für das nördliche Gebiet des Kreises die Klinik in Flensburg und im Süden das Westküstenklinikum in Heide gut erreichbare und bereits in der Vergangenheit stark genutzte, auswärtige Standorte sind.

Sie sind also zufrieden mit der aktuellen Situation?
Selbstverständlich muss in die Standorte Niebüll, Husum und auch in die Inselklinik auf Föhr investiert werden. Es gilt, medizinische Zukunftssicherheit herzustellen, sowohl was die Technik angeht als auch im Bereich der angebotenen Dienstleistungen. Hier muss der Kreis mit Augenmaß und auf Basis langfristiger Planungen Geld in die Hand nehmen. Zudem gilt es, mögliche Fördertöpfe des Landes in Anspruch zu nehmen. Ziel muss es sein, über einen wirtschaftlichen Betrieb kostendeckend zu arbeiten und bei den Leistungen im Sinne der Patientinnen und Patienten zu denken.

In welche Bereiche sollte gezielt investiert werden?
Diese Frage müssen Fachleute beantworten. Hier gibt es gewiss ganze Wunschkataloge. Es ist allerdings stets zu bedenken, dass alles bezahlt werden muss. Je höher die Investitionen sind, desto schwieriger wird ein kostendeckender Betrieb. Wenn der Kreis als Träger des Klinikums Nordfriesland beständig Defizite einfährt, entstehen Lücken im Haushalt. Diese werden über kurz oder lang durch eine steigende Kreisumlage gestopft.

Welche Folgen hätte das für die Region Mittleres Nordfriesland?
Heruntergebrochen bedeutet dies steigende Kosten für jede Kommune und damit für jeden Bürger. Denn die vermehrten Ausgaben müssen sich die Gemeinden zum Beispiel über Steuererhöhungen wieder hereinholen. Im schlechtesten Fall müssen die ohnehin oftmals klammen Kommunen eigene Kosten senken, etwa indem Vereine weniger gefördert oder beispielsweise Schwimmbäder geschlossen werden.
Wie ich schon sagte: Ich halte Investitionen in die Kliniken für absolut sinnvoll, doch sollte dabei unbedingt mit Augenmaß vorgegangen werden.
  

Auszug aus "DuD" vom 22. März 2017

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