Reußenköge
Johannes Volquardsen
Sönke-Nissen-Koog 50
25821 Reußenköge
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Die Gemeinde Reußenköge erstreckt sich auf einer Länge von ca. 12 km entlang der Nordsee. In 6 Kögen mit einer Fläche von ca. 3600 ha leben 365 Menschen. Es gibt keinen Ortskern. Die Köge sind geprägt von großen Einzelgehöften mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und zahlreichen Windkraftanlagen. Einige dieser Höfe verfügen über einladende Ferienwohnungen. Durch ihren Status als amtsfreie Gemeinde ist sie die kleinste unabhängige kommunale Körperschaft Deutschlands.
Im Beltringharder Koog und auf der Hamburger Hallig laden zwei Badestellen zum Baden in der Nordsee ein. Bei Ebbe sind ausgedehnte Wattwanderungen möglich, wozu zahlreiche Führungen angeboten werden. Auf der Hamburger Hallig bietet der Hallig Krog regionaltypische Gerichte sowie Kaffee und Kuchen.
Sönke-Nissen-Koog
In dem architektonisch bedeutsamen Sönke-Nissen-Koog stehen seit 2005 24 Gebäude unter Denkmalschutz. Er wurde in den Jahren 1924 bis 1926 eingedeicht und in den folgenden Jahren nach den Entwürfen des Architekten Heinrich Stav in einer stilistisch einheitlich und dennoch individuellen Art und Weise bebaut. Dabei waren Gestaltungskriterien wie Harmonie mit der Landschaft, Anknüpfung an einen vorhandenen Baustil und Zweckmäßigkeit in der räumlichen und technischen Durchbildung von Bedeutung. Aufgrund der fehlenden Tragfähigkeit des Marschbodens und der erforderlichen Größe wählte er die zu der Zeit ungewöhnliche Holzkonstruktion mit einer Verkleidung aus Blech. Die farbliche Gestaltung der grünen Dächer und der überwiegend weißen Wände gibt dem gesamten Koog ein einheitliches Bild.
Im Gedenken an den Namensgeber Sönke Nissen, der als Eisenbahningenieur im früheren Deutsch-Südwest-Afrika - zu Geld kam, wurden sieben Gebäude der Erben nach afrikanischen Orten benannt: Kalkfontein, Karrasland, Lüderitzbucht, Kolmannskuppe, Elisabethbay, Keetmanshoop und Seeheim.
Hof Elisabethbay im Sönke-Nissen-Koog
1927 wurde der Hof Elisabethbay als siebtes Nachlaßgebäude errichtet als aufwändig gestaltetes Wohnhaus für die Witwe Sönke Nissens und ihren Sohn, um ihnen angemessenen Raum für Besuche, Sommeraufenthalte und kulturelle Veranstaltungen zu bieten. Der schwedische Industrielle und Diplomat Birger Dalerus, in neuer Ehe mit der Witwe liiert, initiierte am 7. August 1939 ein Treffen Hermann Görings mit einer hochrangigen englischen Delegation, um den Ausbruch des 2. Weltkrieges zu verhindern, was jedoch scheiterte.
Hamburger Hallig
Schon 1930 wurde die Hamburger Hallig als wichtiger Lebensraum für Brut- und Rastvögel unter Naturschutz gestellt. Sie gehört seit 1985 zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Heute ist die Hamburger Hallig ein beliebtes Ziel für Badegäste, Ausflügler und Naturfreunde. Eine Gastwirtschaft lädt zur Einkehr ein.
In den Jahren 1624 bis 1628 wurde das Vorland vor der Insel "Alt-Nordstrand" von zwei Hamburger Kaufleuten, den Gebrüdern Arnold und Rudolph Amsinck, als fruchtbares Weide- und Ackerland bedeicht. auf diesem Amsinck-Koog errichteten sie eine Warft mit einem stattlichen Haus. Die als "Grote Mandränke" bekannt gewordene verheerende Sturmflut des Jahres 1634 zerstörte "Alt-Nordstrand" zu großen Teilen, die Inseln Nordstrand, Pellworm, die Hallig Nordstrandischmoor und Reste des Amsinck-Kooges mit der Warft blieben jedoch bestehen. Im 17. Jahrhundert ging daraufhin trotz großer Anstrengungen der Gebrüder Amsinck der Deichschutz des Amsinck-Kooges verloren. Der Koog verwandelte sich in eine Hallig. 1875 wurde die erste Festlandsverbindung zur Unterstützung der Vorlandbildung hergestellt.
Vogelbeobachtungsstand im Beltringharder Koog
Kurz hinter dem ehemaligen Seedeich des Cecilienkooges befindet sich auf der Nordseite der Straße nach Lüttmoorsiel ein Unterstand zur Beobachtung von Vögeln. Durch einen gut getarnten Zugang erreicht man den Raum, ohne dass rastende oder brütende Vögel gestört werden. Detaillierte Beschreibungen und Bilder der gefiederten Gäste machen den Naturfreunden die Zuordnung leicht.
